5.2. Microsoft Windows 2000

5.2.1. Zustand nach der Installation

Unmittelbar nach der Installation ist keine Unterstützung für IPv6 vorhanden.

5.2.2. Schritte zu einem IPv6-fähigen Netzwerkstack

Um einen IPv6-Stack unter Windows 2000 zu installieren wird zunächst das IPv6kit von Microsoft benötigt. Ist eine aktuellere Version als Windows 2000 Service Pack 1 installiert, so muss eine kleine Änderung entsprechend den FAQ an einer .inf-Datei vorgenommen werden. Dann kann das Paket, das in der gleichen Form zur Verfügung steht wie die bekannten Microsoft Hotfixes, installiert werden. Nach einem obligatorischen Reboot kann dann unter den Netzwerkeinstellungen das "Microsoft IPv6 Protocol" installiert werden.

Danach ist der Rechner für den Einsatz von IPv6 bereit, was sich leicht durch Eingabe von "ipv6 if" auf der Kommandozeile prüfen lässt.

Hier ist zu erkennen, dass das Ethernet-Interface mit der Nummer 4 automatisch eine Link-Lokale Adresse zugewiesen bekommen hat. Hierbei handelt es sich um die MAC-Adresse, die durch Einfügen der Werte "FF:FE" auf 64 Bit erweitert wurde. Ausserdem wurden zwei Multicast-Adressen konfiguriert, nämlich ff02::1 als Adresse für alle Rechner an der lokalen Verbindung und ff02::1:ffcf:6568 als Multicast-Adresse zur Stationsfindung, also um eine Abbildung von IPv6-Adressen auf MAC-Adressen möglich zu machen.

Die Angabe des Interfaces, über das eine Link-Lokale Adresse erreicht werden kann, erfolgt unter Windows, indem die Interface-Nummer mit einem Prozentzeichen an die Adresse angehängt wird.

5.2.3. Konfiguration von statischen Site-Local Adressen

Unter Windows müssen statische Adressen über die Kommandozeile konfiguriert werden. Hierzu wird der ipv6 Befehl mit zwei unterschiedlichen Parametern aufgerufen, zuerst "ipv6 adu 4/fec0:1::6", um die Unicast-Adresse dem Interface hinzuzufügen (adu = add unicast), und danach "ipv6 rtu fec0:1::/64 4" um eine Unicast-Route zu konfigurieren (rtu = route unicast). Bei einem dauerhaften Aufbau sollte dies in einem Startskript eingetragen werden.

5.2.4. Bereits vorhandene IPv6-fähige Dienste

Laut FAQ soll nach Installation des IPv6-Paketes der in Windows enthaltene Telnet Server IPv6 unterstützen. Diese Aussage konnte leider nicht bestätigt werden, da der Server auf keinerlei Anfragen reagierte und in dem Paket keine IPv6-fähige Version von netstat enthalten ist, und dadurch leider auch keine Kontrollmöglichkeit besteht.

5.2.5. Bereits vorhandene IPv6-fähige Clients

Nach Aktivierung des Echo-Servers auf dem Linux-Rechner war es möglich, sich mit dem Dienst zu verbinden. In Ermangelung eines funktionierenden FTP-Servers konnte die Aussage, dass der mitgelieferte FTP-Client IPv6 unterstützt, leider nicht bestätigt werden.

Der Zugriff aus dem Internet-Explorer auf den Apache unter Linux stellte auch kein Problem dar, sowohl mit explizit angegebenen Adressen als auch über den im DNS eingetragenen Namen war der Webserver erreichbar.

5.2.6. Schritte zu weiteren IPv6-fähigen Diensten und Clients

Da die vorhandenen Dienste und Clients ausreichend waren um die grundlegende Funktion zu prüfen wurden keine weiteren Programme installiert.